Der Deutsche Buchpreis 2022 geht an Kim de l'Horizon für seinen Roman "Blutbuch". Diese Entscheidung der Jury ist am Montagabend in Frankfurt bekanntgegeben worden. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert. Im Rennen waren zudem Fatma Aydemir ("Dschinns"), Kristine Bilkau ("Nebenan"), Daniela Dröscher ("Lügen über meine Mutter"), Jan Faktor ("Trottel") und Eckhart Nickel ("Spitzweg"). Sie bekommen nun je 2.500 Euro. Die Jury hatte insgesamt 233 Titel gesichtet.

2021 war der Deutsche Buchpreis an Antje Rávik Strubel für "Blaue Frau" gegangen. Zweimal ging bisher der Deutsche Buchpreis nach Österreich: 2005 an Arno Geiger ("Es geht uns gut") und 2017 an Robert Menasse ("Die Hauptstadt"). Die Vergabe des Deutschen Buchpreises markiert gleichzeitig den Auftakt zur Frankfurter Buchmesse, die am Dienstag durch das spanische Königspaar eröffnet wird. Spanien ist heuer das Gastland der Messe.

Kim de l'Horizon, 1992 bei Bern geboren, identifiziert sich als nicht-binär. Auch die Hauptfigur des Romans "Blutbuch" (Dumont) heißt Kim und fühlt sich weder ausschließlich männlich noch weiblich. Als die Großmutter ihre Dominanz an die Demenz verliert, beginnt Kim eine eigene Sprache zu bilden. "Da es in diesem Gemenge keinen geraden Weg gibt, kann die Form des Romans nicht linear sein", konstatierte die Jury. Mal sei die Sprache experimentell und gewagt, mal derb und obszön, mal zart und intensiv: "Ein Roman, der berührt und bewegt."