In Zeiten der Krise und Instabilität will die Frankfurter Buchmesse ein Ort des Diskurses und Miteinanders sein. "Präsenz hilft gegen Polarisierung", sagte Direktor Jürgen Boos zum Auftakt am Dienstag. Die gesellschaftlichen Entwicklungen und Spannungen abzubilden, sei eine der Kernaufgaben der Buchbranche und damit auch der Messe. Nur so könne man einer vergifteten Debattenkultur entgegenwirken, den demokratischen Diskurs stärken und Diversität eine Bühne geben.

Die 74. Frankfurter Buchmesse soll am Dienstagnachmittag offiziell eröffnet werden. Sie findet nach zwei Jahren mit pandemiebedingten Einschränkungen wieder ohne größere Auflagen statt. Angemeldet sind den Angaben zufolge rund 4.000 Aussteller aus 95 Ländern. Auch über 70 österreichische Verlage sind dabei.

Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, sprach am Dienstag von einem "Kulturereignis für Völkerverständigung". In zahlreichen Debatten, Vorträgen und Lesungen geht es in dieser Woche um aktuelle politische Themen, wie den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sowie die Lage im Iran und in Afghanistan. So ist beispielsweise der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einer Veranstaltung am Donnerstag virtuell zugeschaltet. Auch österreichische Schriftsteller kommen nach Frankfurt: U.a. haben sich Lisa Eckhart, Marie Gamillscheg, Robert Menasse und der Deutsche, aber in Österreich ansässige Dirk Stermann angekündigt.

Zur Eröffnung werden für Dienstagnachmittag unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und das spanische Königspaar erwartet. König Felipe VI. und Königin Letizia repräsentieren das diesjährige Ehrengastland Spanien. Die Messe endet am Sonntag mit der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an den ukrainischen Schriftsteller Serhij Zhadan. (apa/dpa)