Na sowas aber auch. Da haben sich die Muskeltiere - die Mäuseriche Pomme de Terre und Picandou, die Rattendame Gruyere und der Hamster Bertram - gemütlich eingerichtet im Keller von Frau Fröhlichs Laden in Hamburg, und schon naht Ungemach. Die alte Dame soll nämlich offenbar aus ihrem Refugium vertrieben werden. Bauarbeiten stören den Geschäftsbetrieb, und die von einem gewissen Herrn Böhlke vorangetriebene Sanierung des Hauses zieht sich nicht nur in die Länge, sondern die Kosten explodieren auch - natürlich zu Lasten der Mieterin, die eindeutig hinausgeekelt werden soll, um die Immobilie teurer neu zu vermieten. Das können die Muskeltiere, denen dadurch ebenfalls der Verlust ihres Heimes droht, natürlich nicht auf sich bewenden lassen und setzen all ihre Fähigkeiten ein, um dem Böhlke zu zeigen, wo die Maus den Käse holt.

An ihrer Seite taucht unvermutet ein fünftes Muskeltier auf - in Form eines Kükens, das erst im Verlauf des Buches als Möwe klassifiziert wird. "Ewig Fünfter", wie es sich selbst nennt, nachdem es aus einem von Picandou gefundenen und ausgebrüteten Ei geschlüpft ist, hat zunächst seine nervigen Seiten, erweist sich aber dann in weiterer Folge als wahrer Held. Nicht nur, aber auch, weil er irgendwann fliegen lernt. Und das Motto "Einer für alle und alle für einen" gilt natürlich für fünf Muskeltiere noch viel mehr als für vier.

Ute Krause hat mit "Die Muskeltiere und Ewig Fünfter" wieder einmal ein bezauberndes Kinderbuch geschrieben und gezeichnet, das durch eine spannende Geschichte mit einigen Wendungen besticht, bei denen die kleinen Leser auch ein bisschen mitraten und sich schlau fühlen können, und natürlich mit einer Handvoll Charakteren, die einfach gut unterhalten. Wenn Pomme de Terre seinen Hamburger Dialekt auspackt, Picandou erst genervt ist und dann fast schon mütterliche Gefühle entwickelt, Bertram nicht nur klugscheißt, sondern sich tatsächlich auch als klug erweist und Gruyere als einziges weibliches Mitglied die ganze Bande zusammenhält, dann macht das einfach Spaß. Dazu das Gepiepse des Möwenkükens und dessen spaßige biologische Verwandtschaft, die auch tragende Rollen spielen (im wahrsten Sinn des Wortes). Hier trumpfen Kleine ganz groß auf.