Es wird laut. Es wird wild. Es wird gefährlich. Es wird . . . ein Flop. Was eigentlich klar ist, wenn die Protagonisten Greg und Rodrick Heffley heißen. Dass Gregs älterer Bruder eine Band hat, ist ja hinlänglich bekannt. Und diese Band soll Greg nun helfen, reich und berühmt zu werden. Blöd nur, dass Rodrick sie Folle Vindl genannt hat - ein Bandname, der per se schon einmal Erfolg und Beliebtheit ausschließt. Und auch die Musik ist, naja . . . Vor allem aber kann Greg gar kein Instrument spielen und daher bestenfalls als Roadie mitmachen. So richtig ausgereift ist sein Plan in Sachen reich und berühmt werden also nicht.

Aber ein echter Heffley kämpft sich durch, und so eifern Rodrick und seine drei Bandkollegen einen ganzen Comicroman lang ihren großen Idolen Metallichihuahua nach, stets auf der Suche nach dem Pfad zum großen Musikglück. Assoziationen mit realen Bands sind sicher pure Absicht. Autor und Zeichner Jeff Kinney hat seinen 17. Band von Gregs Tagebuch nicht nur "Voll aufgedreht!" betitelt, die Geschichte ist es auch. Der Schöpfer eines der witzigsten Antihelden der jüngeren Comicgeschichte lässt seine Hauptfigur wieder einmal ordentlich leiden. Gregs bester Freund Rupert spielt diesmal kaum eine Rolle, dafür wird das Verhältnis zum älteren Bruder eingehend beleuchtet.

Und was soll man sagen: Rodrick erweist sich einmal mehr als vielschichtig. Er verfolgt seinen Traum mit Konsequenz, auch wenn die Mittel untauglich sind (dass am Ende alles gut oder zumindest nicht schlecht ausgeht, ist eher glücklichen Umständen als Können zu verdanken). Und auch wenn Greg die Unzulänglichkeiten seines großen Bruders nur allzu bewusst sind, so schaut er trotzdem bewundernd zu ihm auf.

Mit sichtlichem Genuss skizziert Jeff Kinney einmal mehr eine absurde Situation nach der anderen und verpackt in seine Handlung und seine Bilder Gags, die für Kinder lustig sind - und die Erwachsene zwei- oder dreimal anschauen sollten, weil sich darin sicher mehr Anspielungen verbergen, als man auf den ersten Blick wahrnimmt. Und so kann man auch dieses 17. Greg-Buch entweder als kleines Kunstwerk betrachten und eingehend analysieren - oder aber sich einfach an der irrwitzigen Geschichte erfreuen und froh sein, wenn im eigenen Keller kein Schlagzeug steht.