Langdon Taft ist ein ehemaliger Lehrer fortgeschrittenen Alters, der allein in einem großen Haus in einem kleinen Kaff in Vermont wohnt und sich dem Trunk hingibt. Er ringt mit einer Story - ob journalistischer oder literarischer Art, wird nicht klar - und muss sich eingestehen, dass er sich festgefahren hat.

Just während er mit sich hadert, stellt er fest, dass er nicht allein auf der Veranda seines Hauses ist. Dort sitzt nämlich im Schaukelstuhl ein gut gekleideter Fremder namens Dangerfield. Der Fremde, der sich nur als "Mann mit vielen Talenten" beschreibt, ist ein Abgesandter der Hölle und er bietet Taft Hilfe in Form eines Pakts an, der vorsieht, dass er ihm ein halbes Jahr lang alle seine Wünsche erfüllt und dann mit sich nimmt. Trotz des klar absehbaren bösen Endes geht Taft, der nicht an Himmel und Hölle glaubt, auf das Abkommen ein.

- © Hanser
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Sein einziger Freund Eli erzählt ihm so regelmäßig, wie er handwerkliche Arbeiten an Tafts Haus verrichtet, von drängenden Nöten in seinem Bekanntenkreis, von Krankheiten, krassen Fällen von Mobbing, von physischer, psychischer wie auch juristischer Gewalt. Taft nimmt sich dieser Probleme an, und tatsächlich gelingt es ihm mit Hilfe Dangerfields, der ihm bei allen seinen Interventionen mit Rat und Tat zur Seite steht (dabei aber nur von Taft gesehen und gehört werden kann), sie zu lösen.

Indessen rückt unweigerlich der Tag näher, da Taft seinen Teil des Vertrags zu begleichen hat. Doch der scheinbar eindeutige Sachverhalt verkompliziert sich. Da Taft den satanischen Beistand nie zu seinen eigenen Gunsten beansprucht hat, sondern um Menschen in Not zu helfen, erweckt er das Interesse einer mit seinem Kumpanen Eli befreundeten 98-jährigen Hospizpatientin. Und dieser wiederum schuldet der Chef der Hölle höchstpersönlich einen Gefallen ...

Das alte Faust/Mephisto-Motiv wird in diesem relativ schlanken Roman zu einem hübschen Märchen, bei dem man Kleinigkeiten wie psychologische Folgerichtigkeit besser nicht auf die Waagschale legt - sonst müsste man sich zunächst fragen, woher der antriebslose Taft mit einem Mal die Entschlusskraft aufbringt, nur mehr Gutes zu tun, und dies auch konsequent durchzieht. Auch darf man es zwar als herzerwärmenden Seitenhieb auf unsere Arbeitswelt werten, dass die Hölle augenscheinlich wie ein großer Konzern organisiert ist, aber evidenzbasiert ist das wohl nicht gerade.

Genau in seinen Verstößen gegen dramaturgische Schlüssigkeit liegt aber die große Stärke des Buches: im unbändigen Spaß, den das Ausschalten physikalischer Gesetze, das respektlose Negieren von Wahrscheinlichkeiten machen kann. Und schließlich sind die Protagonisten in all ihrer Verschrobenheit grundsympathisch. Das trifft selbst auf das höllische Personal zu - das manchmal fast allzu menschlich erscheint.