Sie sind seit rund 9.000 Jahren an der Seite des Menschen und kommen schon in der griechischen Mythologie und der Bibel vor: Schafe gehören zu den in manchen Regionen wichtigsten Nutztieren. Und sie sind ein erstaunliches Werk der Natur mit vier Mägen, einem Vlies, das im Gegensatz zum Fell anderer Tiere nie zu wachsen aufhört (zumindest beim Hausschaf), und zwei waagrechten Pupillen, die für einen monokularen Superblick sorgen, der 320 Grad abdeckt. Und es gibt noch viele weitere spannende Details über die Wiederkäuer, die ein Drittel ihres Tages mit Schlafen, ein weiteres Drittel mit Fressen und das dritte Drittel mit der aktiven Verdauung verbringen.

Dem Schaf haben Ilaria Demonti und Camilla Pintonato ein eigenes Buch gewidmet.  
- © Wikimedia Commons / Keith Weller

Dem Schaf haben Ilaria Demonti und Camilla Pintonato ein eigenes Buch gewidmet. 

- © Wikimedia Commons / Keith Weller

Ilaria Demonti und Camilla Pintonato haben viel Wissenswertes für ihr gemeinsames Kindersachbuch "Einmal extra Schaf!" zusammengetragen und präsentieren es in großen, farbenfrohen Bildern. Die Informationen werden in leicht verdaulichen Häppchen serviert, und manches ist dabei, das selbst ein erwachsener Leser so noch nicht wusste: dass sich Schafe zum Beispiel 50 verschiedene Gesichter merken können, und das über zwei Jahre hinweg; oder dass insbesondere in Spanien viele Städte entlang der Schäferrouten entstanden sind; oder auf welche Legende das Schäfchenzählen zurückgeht.

Natürlich kommt auch das Klonschaf Dolly vor. Und die beiden Autorinnen/Illustratorinnen stellen diverse verschiedene Schaftypen vor (insgesamt gibt es mehr als tausend Rassen und Hybride), vom Minischaf Ouessant über das Lincolnschaf mit seinem beeindruckenden Fell bis zum Bluefaced Leicester, dessen Namen für sich selbst spricht. Wer dieses Buch von vorne bis hinten durchgelesen hat, wird wohl nicht mehr jemanden "dummes Schaf" schimpfen. Vielleicht noch "dumme Kuh!" Aber da ist zu hoffen, dass Demonti und Pintonato auch ein Kuhbuch gestalten. Zu Schwein und Huhn haben sie das ja auch schon . . .