Eines vorweg: Der Miesepups trägt seinen Namen eigentlich zu Unrecht. Denn so unsympathisch, wie er klingt, ist er in Wahrheit gar nicht. Ein Einzelgäger und Weihnachtsmuffel ist er aber schon. Letzteres allerdings vor allem, weil er das Konzept von Weihnachten nicht kennt und der 24. Dezember also für den Miesepups ein Tag wie jeder andere ist - mit dem Unterschied, dass plötzlich der halbe Wald vor seiner Tür steht und durch diese in seine Baumhöhle hineindrängt. Weil es dort sooo gemütlich ist. Auch wenn der Wursttee, dern der Miesepups dann im weiteren Verlauf des Abends kredenzt, nun ja, sehr gewöhnungsbedürftig ist.

Da klopfen sie an die Tür des Miesepups und begehren Einlass, die Waldtiere. 
- © Aus: Kirsten Fuchs & Cindy Schmid: Der Miesepups muss Weihnachten feiern (Voland & Quist 2022)

Da klopfen sie an die Tür des Miesepups und begehren Einlass, die Waldtiere.

- © Aus: Kirsten Fuchs & Cindy Schmid: Der Miesepups muss Weihnachten feiern (Voland & Quist 2022)

Aber erst einmal muss dem Waldwesen, das sich bis vor kurzem noch pudelwohl in seiner Einsamkeit gefühlt hat, erklärt werden, wie das funktioniert mit diesem Weihnachten. Dass da nämlich alle zusammenkommen und einander ein frohes Fest wünschen und sich freuen, dass sie gemeinsam feiern können. 

Autorin Kirsten Fuchs und Illustratorin Cindy Schmid haben mit "Der Miesepups muss Weihnachten feiern" ein herzallerliebstes Kinderbuch gestaltet, das einerseits durch die Mischung von Fotocollagenstil der Bilder fasziniert und andererseits nicht nur eine urige Hauptfigur skizziert, die hinter ihrer Grummelschale ein weiches Herz hat, sondern auch noch jede Menge andere witzige Charaktere wie etwa die Geschwister Nichsodoll, Nichsolaut und Nichsoschnell (die entsprechend reden), das Nakinchen oder das Heichörnchen (na ratet mal, Kinder, wie die aussehen). Insgesamt gewöhnungsbedürftig wie der Wursttee, aber auch ziemlich unterhaltsam.