Die Zitate sind dem Buch "System Error" von Ulrich Thielemann entnommen. Der Autor zitiert jede Menge Rechtfertigungs-Blabla, doch was er selbst zu sagen hat, ist alles andere als das übliche Wirtschaftsethik-Blabla. Es ist eine massive Anklage der Fehlsteuerungen, die zur Katastrophe der Weltwirtschaft geführt haben, die mit Sicherheit nicht die letzte war. Wieder einmal waren die Verursacher die Gewinner. Die staatlichen Rettungsaktionen bürdeten die Zeche den Steuerzahlern auf und trugen bereits zur Bildung der nächsten Blase bei.

Thielemann führt vor, was die Wirtschaftsethik zu leisten und mit welcher Unbarmherzigkeit sie die Apologeten des Neoliberalismus mit ihren verlogenen Phrasen bloßzustellen vermag, wenn sie mit entsprechendem Anspruch betrieben wird. Kein Wunder, dass der Vizedirektor des Instituts für Wirtschaftsethik der Universität Sankt Gallen zu den Buhmännern der Schweizer Finanzwelt zählt.

Dabei hat er die Schwierigkeit erkannt, in einer vom anonymen Kapital beherrschten Welt Verantwortliche für ein fehlgeleitetes Geschehen auszumachen. Mit umso größerem Zorn nagelt er alle fest, die dieses neuerdings in den Rang einer Quasi-Naturgewalt erheben, der man sich eben fügen müsse.

Ulrich Thielemann: System Error, Westend Verlag, 254 Seiten, 20,60 Euro