Der erste Prosaband des oberösterreichischen Autors Christian Steinbacher zeigt deutlich, dass er aus der Lyrik kommt, denn über weite Strecken des Buches spannt sich ein poetischer Bogen, der nur ungern das Prosaische berührt.

Verschiedene Früchtchen geben sich hier ein Stelldichein: unreife und vorlaute, euphorische und emphatische. Ob Birne, Olive, Quitte, Kissen oder Fetisch, sie alle sind auf ihre Art Früchtchen geblieben oder geworden, doch verbindet sie eine Gemeinsamkeit: sie alle frönen der Romantik. Und der Früchtchen-Meister Christian Steinbacher lässt seinen Kleinen freien Lauf. Sie spielen und quatschen munter drauf los, scheuen sich nicht vor großen Vorbildern und zitieren von Lenau bis Jean Paul, äffen Novalis und Beckett nach und verlieren hin und wieder den Faden.

Irgendwas geht immer daneben, liegt schief, verliert sich im Gewirr tausender Gedanken. Der Autor trotzt den Zeiten und Gewohnheiten und plädiert mit der frechen Stimme seiner Früchtchen für jene Dinge, die das Leben von jeglicher Perfektion unterscheidet und somit erst spannend machen: die Verfehlung, der Griff daneben, der Hang zu Spinnereien.

Steinbacher nennt seinen Text ein Plädoyer - und lässt auch keinen Zweifel daran, dass die Verhandlungsrunde an ihn geht.

Und so lullt uns der Text sukzessive ein, geht über in ein fröhlich-gescheites Gequatsche mit poetischem Anspruch, setzt an zu erfrischenden Höhepunkten, um dann wieder furchtbar langweilig zu sein. Am Ende ist die Verwirrung perfekt - das ist der Moment, wo das Plädoyer seine Wirkung entfacht und eingeschworene Leser auf unschuldig plädieren.

Christian Steinbacher: Für die Früchtchen. Ein Plädoyer. Haymon, Innsbruck 2000, 127 Seiten.