Brösels Werner und Ulli Steins Katzen und Mäuse gehören ebenfalls zu den weit vermarktete Comic-Figuren des deutschen Sprachraums. Während Stein bei Ansichtskarten und Socken vorne liegt, kann Brösel auf Tonträger der Brösel Brothers verweisen. Nun gibt es Werner auch auf einer CD-ROM mit dem vielsagenden Titel "Wer bremst hat Angst".

Wie immer richtet sich Brösels Holzhammer-Humor an biertrinkende Schenkelklatscher, somit vielleicht sogar an die Mehrheit in deutschen Landen. Inhaltlich ist also nicht viel zu erwarten, formal kommt das Achterbahn-Team gut mit dem neuen Medium zurecht. Als Einstieg dient die mittlerweile vielgebrauchte Metapher Marktplatz (wie sie zahlreiche Online-Systeme verwenden). Von dort kommt man zu den einzelnen Angeboten: Im Informations-Zentrum kann man sich einen Begleiter aussuchen, im Kino laufen zwei Trickfilme, von denen ich einen überhaupt nicht verstehe, im Comicladen liegen Strips auf, in der Galerie zeigt Brösel, daß er besser zeichnet, als man meinen möchte, und in der Bibliothek liegt das einzige und echte Werner-Lexikon. Dazu kommen eine Spielhalle mit kleinen Games und ein Plattenladen mit Brösel Brothers-Musik. Zahlreiche Gebäude dienen leider hauptsächlich der Illustration: die Bank und der Gemüseladen sind geschlossen, in die Wachstube darf nicht hinein, und im Café wird man bloß kurz begrüßt. Was interaktive Animationen betrifft, hätten sich die Macher Standards wie "Allie's Playhouse" oder "Just Grandma and me" anschauen sollen. Angesichts der zahlenmäßig bescheidenen Effekte und des Übermaßes an Eigenwerbung ist die Scheibe viel zu teuer.

Die CD entspricht der sogenannten Hybrid-Definition, kann also sowohl mit dem PC wie mit dem Macintosh genutzt werden. Voraussetzungen sind ein 486er mit 4MB RAM und Soundblaster bzw. ein Mac mit 256 Farben auf einem 13 Zoll-Monitor und 4 MB RAM. Die Programme können direkt von der CD aufgerufen werden.
Brösel: Werner - Wer bremst hat Angst, CD-ROM, Achterbahn Verlag