Angesichts der geballten Marketingbemühungen wird das eigentliche Produkt zur Nebensache, wird die Kritik zu einer bloßen Anmerkung: Daß die Handlung - wie bei den meisten Solobüchern von Uderzo - wenig stringent vorwärtsschreitet, daß die Gags nur mehr aufgewärmt aber nicht mehr variiert werden, was stört das den Sammler, der möglichst alle Hefte sein eigen nennen will.

Vermutlich erwartet sich das Publikum ohnehin keine Veränderungen. Uderzo zeichnet so gut wie eh und bleibt bei seinen braven Halbtotalen und Totalen. Zooms, Überblendungen, unübliche Blickwinkel, ineinander verschachtelte Einstellungen sind seine Sache nicht. Vermutlich sind ihm Videoclips so fremd wie die Mangakultur oder Rap.

Das größte Handicap aber ist die Ausrichtung auf den internationalen Markt. Wo früher auch in den Übersetzungen der Esprit der Giscard-Kritik zu spüren war, tummeln sich heute liebliche Putti aus einem nicht lokalisierbaren Atlantis. Biedermeierliche Idyllen und Haudraufszenen wechseln einander ab, ohne daß eine Geschichte hinter der Geschichte sichtbar würde. Daran kann auch ein Kirk Douglas in der Rolle des Meuterers Spartakis nichts ändern.

Schade. Die englisch-französisch-deutschen Querelen im Rahmen der EU hätten einen prächtigen Kontext für ein Gallier-Abenteuer abgegeben. Ansonsten: Falls Sie es noch nicht aus Presse, Radio, TV und Internet wissen: Der neue Asterix ist da.
Obelix auf Kreuzfahrt, Ehapa Verlag, Stuttgart, als broschierte und als kartonierte Ausgabe erhältlich