(K.H.) "Ein Architekt hat noch andere Aufgaben als Eigenes zu bauen", schreibt Friedrich Kurrent in seinem jüngsten Buch mit dem Titel "Mehr und mehr komme ich mit weniger und weniger aus". Resignation oder Einsicht des streitbaren Geistes, der im heurigen Herbst 81 Jahre alt wird? Wohl beides, denn sein Resümee über die "Nullerjahre" zeigt, dass er als Auf- und Anreger stets präsent war. Doch aus den vielen Ideen, die der kreative Architekt so gerne noch realisiert hätte, wurde nichts.

Ein Wotruba-Museum in Wien wollte er bauen, in seinem Heimatort Hintersee bei Salzburg einen Ausstellungsraum für das Handwerk rund um das Thema Holz planen... Leider fand auch sein letzter Bauwunsch kein Echo: eine große Synagoge auf dem Schmerlingplatz am Ring. Das einzige Werk, das er noch schaffen konnte, steht in Sommerein am Leithagebirge. Mit der fast minimalistischen Ausstellungshalle für seine verstorbene Frau, die Künstlerin  Maria Biljan-Bilger, hat Kurrent sein architektonisches Credo noch einmal umgesetzt.

Friedrich Kurrent: Mehr und mehr komme ich mit weniger und weniger aus. Müry Salzmann Verlag, 55 Seiten, 19 Euro.