(was.-) Endlich ein Buch über Karl-Heinz Grasser, aber Vorsicht. Autor Wolfgang Fürweger, der sich auf herausragende Persönlichkeiten spezialisiert, hatte es mit Grasser nicht leicht. Der Exfinanzminister, Society-Löwe und Finanzjongleur antwortete nicht einmal auf seine Interviewbitte, Fürweger hat also nie mit ihm gesprochen. Andere, die sehr viel über Grasser wissen müssten, wie Exbundeskanzler Wolfgang Schüssel, rührten sich auch nicht.

Somit flicht Fürweger in die Grasser-Story Interviews mit dem Grünen Peter Pilz oder dem "Falter"-Aufdecker Florian Klenk ein und startet mit dem Ex-FPÖ-Klubobmann Peter Westenthaler - dem Einzigen, der dem Autor Positives über Grasser sagte. Aber Neues weiß keiner von ihnen.

Die kompakte Sammlung aller Grasser-Affären ist eine Momentaufnahme, wobei sich der Moment freilich von Grassers Homepage-Affäre 2001 bis zum Jahreswechsel 2011/12 zieht. In den zehn Jahren hat sich nichts geändert, der Expolitiker ist mit Unschuldsvermutung rundum verdächtig, aber der juristische Knaller bleibt aus. Schon morgen kann alles anders sein oder auch nicht. Fürwegers Grasser-Story hält für beide Fälle die zugänglichen Materialien bereit.

Wolfgang Fürweger: KHG. Die Grasser-Story. Ueberreuter Verlag, 200 Seiten, 22,95 Euro.