(was.-) Der Journalist Philipp Schläger kommt von der "Frankfurter Rundschau", berichtet aber jetzt aus New York für mehrere deutsche Medien. Mit dem Buch gelingt ihm eine gründliche, auch für Europäer gut verständliche Darstellung der "Tea Party"-Bewegung. Dieses rechtskonservative Netzwerk, das dem demokratischen Präsidenten Barack Obama zu schaffen macht, wird durch seine historischen Wurzeln, führenden Personen und Denkschulen verständlich gemacht. Es ist in der Republikanischen Partei verankert, aber nicht mit dieser gleichzusetzen.

Obamas Herausforderer Mitt Romney hat mit den Populisten der "Tea Party" seine liebe Not. Das Klavier, auf dem sie spielt, sind ein plumper amerikanischer Nationalismus, ein religiöser Kampfgeist in Gesellschaftsfragen und eine Blindheit gegen alles, was von außen kommt, wie die Klimadebatte. Die gute Nachricht: Der "Tea Party" geht es, was ihren Anhang betrifft, gar nicht so gut, wie sie glauben macht. Die schlechte: Sie treibt nicht nur die Republikaner, sondern auch die Demokraten und somit ganz Amerika einschließlich seines Präsidenten in konservative Denkrichtungen von vorgestern.

Philipp Schläger: Amerikas neue Rechte. Tea Party, Republikaner und die Politik der Angst. Rotbuch Verlag, Berlin 2012, 288 Seiten, 15,40 Euro.