(hb) Der Philosoph und Unternehmensberater für Konfliktmanagement Gerhard Schwarz entwickelt die Dialektik zu seiner höchst persönlichen Trialektik weiter und leitet daraus ein Szenario zur grundlegenden Neuordnung der Wirtschaft ab. Behauptungen wie jene, die Arbeitslosigkeit lasse sich "erst richtig verstehen, nachdem man den Begriff der Arbeit im Sinn der Trialektik durchleuchtet hat", verraten einen gewaltigen Anspruch. Leider bleibt das Ergebnis trotz vieler Diagramme und einiger guter Ideen von der ökonomischen Realität ziemlich abgehoben. Dass "die Kreativität für die Entwicklung neuer (Finanz-)Produkte ... ein wichtiges Element der wirtschaftlichen Entwicklung" darstellt, darf man schon stark bezweifeln. Immerhin räumt der Autor dem Staat das Recht ein, dort einzugreifen, "wo das labile Gleichgewicht des Marktes aus der Balance kommt," und die Idee, dass es infolge des Zinssystems von Zeit zu Zeit "zu einem solchen Schuldenschnitt oder zu einem ,Neustart’ des Geldwesens" kommen müsse, klingt geradezu prophetisch.

Gerhard Schwarz: Die Religion des Geldes - Wege aus der Krise des Kapitalismus. Springer Gabler Verlag, 240 Seiten, 36 Euro.