Flora erleidet gerade einen Nervenzusammenbruch. Anders kann sich die 17-Jährige nicht erklären, dass sie plötzlich diffuse Schatten sieht und nachts im Schwarz-Weiß-Traum durch eine Stadt wandelt, in der ihr Personen aus dem realen Leben begegnen - vor allem der Austausschüler Marian, der plötzlich wie aus dem Nichts bei ihr daheim aufgetaucht ist. Doch mit der Zeit wird ihr klar: Die Traumstadt Eisenheim ist wirklich Realität - und Flora eine "Wandelnde", die im Gegensatz zu den meisten Schlafenden bewusst wahrnimmt, was in Eisenheim geschieht: dass nämlich der Eiserne Kanzler sich mit dem Grauen Bund eine Jagd liefert, in deren Mittelpunkt sie selbst steht, weil sie offenbar einen wertvollen Wunderstein gestohlen hat. Nur kann sie sich nicht daran erinnern. Mechthild Gläser lässt in ihrem Jugendroman Träume wahr werden und nimmt den Leser auf eine spannende Reise mit. Nur manchmal kippt sie ein bisschen in Jungmädchenschwärmereien hinein.

Mechthild Gläser: Stadt aus Trug und Schatten; Loewe; 18,50 Euro

Artikel erschienen am 7. September 2012 in: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", S. 30