Stefan aus dem Siepens neuer Roman "Das Seil" spielt in einem abgelegenen Dorf in Süddeutschland. Bauer Bernhardt findet auf seinem Abendspaziergang ein Seil, so dick wie es niemand im Dorf besitzt. Am Morgen geht er diesem nach, in den Wald, und kehrt um, ohne das Ende gefunden zu haben. Daraufhin beschließen ein Dutzend Männer aus dem Weiler, das Geheimnis gemeinsam zu lüften. Sie ziehen immer tiefer in den Wald, obwohl ihre Felder kurz vor der Ernte stehen.

Die zunehmend besessene Suche verändert die Männer: Vernunft, bisherige Erfahrungen und ihre Familien sind wie ausgelöscht, einige werden zu Dieben, ja gar zu Mördern. Und das alles wegen eines Seils.

Fazit: Packend erzählte Parabel, aber ein Seil als Auslöser für solch eine Entwicklung ist doch ein bisschen dünn.

Stefan aus dem Siepen: Das Seil. Roman. dtv, München 2012, 176 Seiten, 15,40 Euro.