(wegro) Schon das Umschlagbild der weiß gewandeten Sisi springt ins Auge. Angesichts der folgenden Fülle außergewöhnlicher Abbildungen vergisst man rasch, dass das Büchlein eher dünn ausgefallen ist. Doch Autorin Unterreiner schafft es, ein umfassendes Bild von Österreichs vorletzter Kaiserin zu schaffen. Man lebt mit, wenn die kaum 17-Jährige bald nach der Hochzeit mit ihrem "Franzl" erkennt, dass sie das steife Leben am Wiener Hof nicht aushält. Sie widersetzt sich, flieht, bereist ferne Länder, hält es in keiner ihrer dort erbauten Residenzen lange aus, frönt extremem Körperkult, wird berühmt für hüftlanges Haar und Wespentaille, erkämpft im Jagdreiten als eine der ersten Frauen einen Platz an der Weltspitze. Doch schon früh plagen sie Depressionen, die sich nach dem Freitod ihres Sohnes, Kronprinz Rudolph, 1889 noch verstärken. Sie trägt nur noch Schwarz, spritzt Kokain zur Aufheiterung. Nur einmal mischte sie sich politisch ein und drängte ihren Mann zum Ausgleich mit Ungarn, was ihr dort große Popularität verschaffte. Unterreiner bringt neue Fakten, räumt mit Gerüchten auf, etwa dem angeblichen Liebesverhältnis Sisis zum ungarischen Grafen Gyula Adrássy. Ein spannendes, berührendes und informatives Buch.

Katrin Unterreiner: Sisi - Kaiserin Elisabeth von Österreich. Pichler Verlag, 64 Seiten, 12,99 Euro.