(WT) Die Wissenschaft ist die "Großmacht der Moderne", der ein Großteil der Menschen vor allem in den Industriestaaten noch immer mehr oder weniger "blind" vertraut. - Trotz aller Erfolgsgeschichte gibt es aber auch die Gegenrechnung im "Kampf gegen die Natur", die täglich länger werde. - Der renommierte deutsche Publizist Konrad Adam rechnet mit diesen "Irrwegen" des scheinbar Vernünftigen in der vorliegenden Streitschrift ab. Er fragt: Wie mächtig darf eine Wissenschaft sein, die sich der Utopie der unbegrenzten Machbarkeit hingibt, die Fragen der Moral aber geflissentlich unter den Teppich kehrt? An Fallbeispielen, etwa aus der Atomphysik oder der Biotechnologie, zeigt Adam die Widersprüche auf, in welche sich die Wissenschaft, "die täglich neues Wissen schafft", verstrickt. Adam fordert deshalb eindringlich eine Rückbesinnung auf die Natur als Maßstab für den Fortschritt. Die Bevölkerung müsse den alten Grundsatz verteidigen, wonach, "was alle angeht, auch von allen gebilligt werden müsse". Ein aufrüttelnder Band, zur rechten Zeit geschrieben.

Konrad Adam: Kampf gegen die Natur - Der gefährliche Irrweg der Wissenschaft. Rowohlt, 271 Seiten, 20,60 Euro.