(wegro) Kaum vorstellbar, dass die heutige Fremdenverkehrs-Idylle rund um Bad Ischl noch bis ins frühe 19. Jahrhundert quasi Sperrgebiet war. Grund dafür war die immens wichtige Salzgewinnung, die in den Händen der ortsansässigen Bevölkerung lag. Diese genoss dafür einige soziale Privilegien, unterstand aber strengen Absiedlungs- und bei Bedarf sogar Heiratsverboten durch den Kaiser. Erst als ein findiger Arzt um 1820 die Wirksamkeit von Solebädern entdeckte und seine reiche Wiener Klientel damit nach Ischl lockte, war der Grundstein für das Kur- und Sommerfrische-Paradies gelegt. Als Erzherzogin Sophie nach einer solchen Kur endlich schwanger wird und 1830 den späteren Monarchen Franz Joseph zur Welt bringt, wird Ischl fixer Kurort der Kaiserfamilie und bald Treffpunkt der Reichen und Mächtigen Europas. Autor Sachslehner beleuchtet diese rasante Entwicklung, ihre Folgen, Auswüchse und Akteure mit viel Sorgfalt und bedient sich zahlreicher zeitgenössischer Quellen. Das mit Drucken und Fotos reich ausgestattete Werk lässt einen tief eintauchen in die Hochblüte der Habsburgerherrschaft.