(Wei) Der emeritierte Professor der Soziologie an der Universität Wien, Gerontologe und Autor Leopold Rosenmayr blickt nach vielen Jahrzehnten auf seine Zeit als Soldat der Deutschen Wehrmacht zurück. Im Februar 1943 wurde er zu einer Dolmetschkompagnie "eingezogen". Er war zunächst in Wien und später in Griechenland stationiert, von wo er mit der deutschen Heeresgruppe E den 1500 Kilometer langen Rückmarsch von Saloniki in die Heimat mitmachte.
Rosenmayr schildert präzise und eingehend seine schrecklichen Erlebnisse in den beiden Soldatenjahren mithilfe eines Tagebuches und aufgrund von Erinnerungen, die er aus den Tiefen seiner Seele in die Gegenwart zurückgeholt hat. So gesehen ist sein Buch ein Weg zurück in sein eigenes Selbst. Der Autor erzählt aber auch von lebensrettender Hilfsbereitschaft in diesen Jahren der Finsternis und seiner Freundschaft mit einem griechischen Hirtenjungen. Und er gewährt dem Leser Einblicke in seine Persönlichkeit. Mit seinem gestrengen Vater kam er oft nur schwer zurecht. Er scheint erst im hohen Alter an der Seite einer verständnisvollen Frau sein Glück gefunden zu haben.

Leopold Rosenmayr: Im Krieg auf dem Balkan. Böhlau Verlag, 310 Seiten, 29,90 Euro.