Andreas Mölzer im Streitgespräch

Der Verlag edition a - ein kleiner Ableger des Styria-Konzerns - hat ein Faible für kleine Büchlein im Umfang von etwa hundert Seiten. Nun erschien also "Gut gegen Mölzer" von SOS-Mitmensch-Sprecher Alexander Pollak. Ausgangspunkt für dieses Buch war ein Streitgespräch zwischen ihm und dem strammen Rechtspolitiker Andreas Mölzer, das bereits in "Mo - Magazin für Menschenrechte" erschienen ist. Im Buch wird das spannende Gespräch der beiden Kontrahenten in voller Länge wiedergegeben und mit der Beschreibung von Pollaks Motivation und Vorbereitung eingeleitet.

Dennoch fragt man sich, ob das alles wirklich für ein Buch reicht. Manchmal wirkt der Text auch etwas in die Länge gezogen. Durch die gute Vorbereitung auf das Gespräch gelingt es Andreas Pollak, viele Widersprüche in der Argumentation des FPÖ-Politikers aufzuzeigen. Manchmal ist Pollaks Strategie aber wenig realistisch, wenn er zum Beispiel aufgrund des Klimawandels das Szenario einer Eiszeit in Europa zeichnet und Mölzer darauf aufmerksam macht, dass er dann vielleicht nach Afrika flüchten müsse und auf die Aufnahmebereitschaft der Menschen dort angewiesen sei.

Die meisten Europäer verfügen im Vergleich zu den Millionen Habenichtsen auf der Flucht über andere Voraussetzungen, nämlich hohe Bildung, gute Vernetzung und Geld, wodurch die Flucht und der Aufbau eines neuen Lebens doch leichter fallen kann.

Doch Mölzer scheint seinen Widersacher nicht besonders ernst zu nehmen, weshalb er öfters in die Bredouille gerät.