Anlässlich seiner diesjährigen Jubiläumsausgabe konzentriert sich das beliebte Open-Air-Literaturfestival auf große Namen der heimischen Gegenwartsliteratur. Das Verbindende der heuer eingeladenen Autoren - Robert Schindel, Josef Winkler, Barbara Aschenwald, Michael Köhlmeier, Doris Knecht, Norbert Gstrein, Eva Menasse, David Schalko und Thomas Glavinic - sei allein, "dass sie in diesem Jahr Bücher veröffentlicht haben, die uns wert erscheinen, einem möglichst großen Publikum zur Kenntnis gebracht zu werden", so Thomas Keul von der
Literaturzeitschrift "Volltext", der das O-Töne-Programm verantwortet.

Der Vorarlberger Schriftsteller Michael Köhlmeier liest Ende Juli. - © Foto: H. K. Techt
Der Vorarlberger Schriftsteller Michael Köhlmeier liest Ende Juli. - © Foto: H. K. Techt

Die im Jahr 2004 als Lesungsreihe für junge österreichische Literatur gestarteten O-Töne haben sich innerhalb kurzer Zeit zu einem Festival entwickelt, das neben Debütanten auch Büchner-, Bachmann- und verschiedene Buchpreisträger aufbieten konnte. Im Lauf der zehn Programme entstand so ein Mosaik österreichischer Gegenwartsliteratur, in dem kaum eine ästhetische Position unberücksichtigt geblieben ist.

Thomas Glavinics neuer Roman

Robert Schindel wird das Festival eröffnen. In den kommenden Wochen folgen ihm Josef Winkler und Michael Köhlmeier nach. Die Autorinnen-Riege ist mit Eva Menasse, Doris Knecht und der Newcomerin aus Tirol, Barbara Aschenwald, vertreten. Dem Roman "Quasikristalle" von Eva Menasse (siehe auch unser Titelbild), in Berlin lebende gebürtige Wienerin, wird von der Kritik Lebensweisheit bescheinigt sowie eine geistreiche Sprache - mit viel Bosheit und Wiener Schmäh.

Der August schließlich wartet im Hinblick auf den kommenden Bücherherbst mit drei vielversprechenden Buchpremieren auf: Norbert Gstrein und David Schalko werden ihre neuen Bücher erstmals bei den O-Tönen präsentieren. Mit besonderer Spannung wird der neue Roman von Thomas Glavinic, "Das größere Wunder", erwartet, aus dem der Autor erstmals zum Finale des Festivals lesen wird.

Robert Schindel zur Eröffnung

Eröffnet werden die O-Töne von Robert Schindel: Nach mehr als 20 Jahren hat der Bestseller-Autor mit "Der Kalte" einen bisher kontroversiell aufgenommenen Roman vorgelegt, aus dem er bereits am Donnerstag, dem 11. Juli, im Haupthof des MuseumsQuartiers lliest (21 Uhr). Er lässt darin die sogenannte Waldheim-Ära, also die zweite Hälfte der achtziger Jahre, wieder aufleben. Den traditionell musikalischen Festivalauftakt bestreitet davor "Der Nino aus Wien" (20 Uhr).

An den folgenden Donnerstagen lesen Josef Winkler ("Mutter und der Bleistift") und Barbara Aschenwald ("Omka", beide am 18. Juli im Haupt-
hof), Michael Köhlmeier ("Die Abenteuer des Joel Spazierer", 25. Juli, Haupthof), Doris Knecht ("Besser", 1. August, Hof 8, Boule-Bahnen), Norbert Gstrein ("Eine Ahnung vom Anfang", 8. August, Hof 7, Staatsratshof), Eva Menasse ("Quasikristalle", 15. August, Hof 8, Boule-Bahnen), David Schalko ("Knoi", 22. August, Haupthof) und Thomas Glavinic ("Das größere Wunder", 29. August, Haupthof).

"O-Töne" im MuseumsQuartier Wien
Die Freiluft-Literaturfest findet von 11. Juli bis 29. August in den diversen Höfen des Kultur-Treffs statt, jeweils am Donnerstag um 20.30 Uhr - Eintritt frei; bei Schlechtwetter unter Dach in der "Arena 21" im Haupthof.
7, Museumsplatz 1 - www.o-toene.at