"Strom" ist ein passender Titel für diesen Roman der deutschen Dramaturgin und Autorin Hannah Dübgen, in dem die Geschichten von vier eher jungen welterfahrenen Männern und Frauen ruhig und kühl dahin- und ineinander fließen. Selbst ab und zu hochkochende Emotionen der Charaktere ersticken unter einer schönen, elaborierten, sehr zurückhaltenden Sprache, aus der in jedem Moment, den man mit diesem Buch verbringt, die Disziplin der Autorin spricht.

Die Charaktere stammen aus Deutschland, Japan, Brasilien und den USA; sie leben weit der Heimat oder pendeln beruflich zwischen verschiedenen Kulturen. Große Teile der Handlung spielen in Israel, Paris und Tokio.

Hannah Dübgen, die heuer am Ingeborg Bachmann-Lesewettbewerb teilgenommen hat, beobachtet und beschreibt das Leben ihrer jungen Weltbürger sehr präzise, klug, makellos. Manchem Leser wird dabei vielleicht die Seele fehlen.

Hannah Dübgen: Strom. Roman. dtv, München 2013, 380 Seiten, 20,60 Euro.