Eigentlich kennt und mag man Rita Falk als Autorin von bierseligen, flapsigen Heimatkrimis in Oberbayern. In ihrem neuen Buch "Hannes" aber begibt sich die Oberammergauerin auf ungewohntes Terrain: Sie schildert eine Männerfreundschaft, über die von heute auf Morgen ein Koma hereinbricht: Als der 21-jährige Uli bei der Motorradausfahrt in den Rückspiegel schaut, ist sein bester Freund Hannes plötzlich weg - und als er zurückfährt und nachschaut, ist Hannes dem Tod schon näher als dem Leben. Die folgenden Wochen verbringt Uli, der gerade mit dem Zivildienst in einer privaten Nervenheilanstalt beginnt, so oft es geht am Krankenbett des Freundes, der nun im Koma liegt. Und dazwischen schreibt er ihm alles auf, was er ihm sagen möchte.

Es ist eine absolut berührende Geschichte geworden, die gerade aus der Stille Kraft schöpft, wenn sich Rita Falk mit dem Umgang mit Komapatienten befasst. "Man kann einfach nicht andersmals bei der Lektüre aufzuseufzen und mit den eigenen Gefühlen zu kämpfen", schrieb Susann Fleischer auf literaturmarkt.info. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Außer vielleicht die Anmerkung, dass Rita Falk mit diesem Werk beweist, dass sie das melancholische Fach mindestens genauso gut beherrscht wie das kriminale. Und dass die Art und Weise, wie sie auf die Tränendrüsen drückt, wunderbar unaufdringlich und dadurch umso intensiver ist.

Rita Falk: Hannes

dtv

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