Vor 75 Jahren ging Österreich unter, indem es einging in das Großdeutsche Reich. Finis Austriae. Mit dieser Todesanzeige endet Friedrich Torbergs Roman "Auch das war Wien", der von den letzten Monaten vor und den ersten Tagen nach dem "Anschluss" erzählt. Der Roman - in des Autors früher Exilzeit (1938-40) verfasst, erst postum veröffentlicht (1984) und jetzt neu aufgelegt - zeigt in packender, von Witz, Wehmut und patriotischen Reflexionen durchzogener Eindringlichkeit den Eingriff der Politik ins Privatleben; da es sich um den Eingriff eines totalitären Regimes handelt, vernichtet er Existenzen; auch die von Martin Hoffmann und Carola Hell (er ein jüdischer Schriftsteller, sie eine "arische" Schauspielerin).

Die Kritik fand, dass es Torberg gelungen sei, "die Tage und Stunden des Umbruchs festzuhalten", ja dass dem Roman "ein fast dokumentarischer Wert" zukomme.

Friedrich Torberg: Auch das war Wien. Roman. Nachwort von Edwin Hartl. Milena Verlag, Wien 2013, 347 Seiten, 24, 90 Euro.