Im Februar 2012 stürmten einige bunt gekleidete Frauen in Sturmmasken die Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau und verkündeten ihr "Punk-Gebet". Mit diesem Auftritt wurde die feministische Gruppe Pussy Riot weltweit bekannt. Dieses Buch beleuchtet die Hintergründe der Protestaktion und erklärt, warum diese gerade in Russland besonders hart verurteilt wurde. Der Autor betrachtet das komplexe Thema, wie er selbst schreibt, mit Sympathie für Russland und das Orthodoxe Christentum sowie für die Frauen von Pussy Riot.

Der Auftritt der "als Punk-Band getarnten Polit-Truppe" fand zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl statt. Pussy Riot kritisieren in ihrem "Punk-Gebet" die politische Situation in Russland und die enge Verbindung zwischen Kirche und Staat. Das vom russischen Gericht unterstellte "antireligiöse Rowdytum" bestreiten Pussy Riot, da sie nicht für die Beseitigung, sondern für eine Modernisierung der Orthodoxen Kirche seien. Nach dem Prozess, der von westlicher und russischer Seite kritisiert wurde, kamen zwei der Pussy Riot-Frauen ins Straflager.

Das Buch des promovierten Theologen und Erziehungswissenschafters Joachim Willems entstand im Anschluss an einen Vortrag im Rahmen eines "Religionspolitischen Ateliers" an der Humboldt-Universität in Berlin. Ein sowohl detailliert als auch differenziert gezeichnetes Bild sowie viele Zitate und zahlreiche Quellen machen das Werk zu einer gelungenen Analyse.