"Only bad news are good news!" Mit diesem Slogan aus der Medienwelt werden wir überflutet mit allerlei negativen Meldungen. Täglich begegnen wir somit auf vielfältige Weise "dem Bösen". Und auch wir selbst tun manchmal anderen Menschen bewusst oder unbewusst Unrecht an.

Weder die Theologie noch die Psychologie kann die letzten Geheimnisse des Negativen in der Welt wirklich entschleiern. Der bekannte deutsche Benediktinerpater Anselm Grün versucht in seinem neuen Buch vielmehr Wege aufzuzeigen, wie wir im Alltag mit unseren Schattenthemen umgehen, wie wir die Angst vor dem Bösen überwinden und wie wir das Gute in unserer Seele so stärken können, dass negative Energie über uns keine Macht gewinnt.

Wer heute von Besessenheit spricht, der weigere sich oft, die eigene Psyche anzuschauen, konstatiert Grün mit Recht. Er verlagere "das Böse" nur nach außen. Er braucht dann andere Menschen, die ihn davon befreien, ohne dass er sich selbst zu ändern brauche. Das sei Fremdbestimmung, die der Würde des Menschen widerspreche, so Grün.

Grüns spiritueller Lebenshilfeband zeigt Auswege aus negativen Verstrickungen auf, deren Ausgangspunkt die Gewissheit eines barmherzigen Gottes ist. Aus diesem Blickfeld der Barmherzigkeit werden Vergebung und Versöhnung durch Liebe möglich - und damit auch Wege zu einem harmonischen Miteinander.

Grün ist es - wie er schreibt - ein Anliegen, die Angst vor dem Negativen in der Welt zu überwinden - durch eine positive geistige Ausrichtung, durch das Vertrauen in die Schöpfung. Zu diesem Urvertrauen will der Benediktiner aus Münsterschwarzach den Leser behutsam hinführen.