Im Kontext der turbulenten Ereignisse rund um den französischen Militäreinsatz zur Vertreibung der militanten Islamisten aus dem Norden Malis erscheint dieser schmale Band des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes der deutschen Bundeswehr über die politische Geschichte des westafrikanischen Landes gerade zur rechten Zeit.

Er versteht sich als Wegweiser durch die Zeit - von den alten Reichen der nachchristlichen Jahrhunderte über die Kolonialgeschichte unter französischer Herrschaft bis zur Unabhängigkeit 1960, über die Erfolge und Schwächen der jungen Demokratie Mali bis zu den Konfliktlinien 2012/13 zwischen Militärputsch, Tuareg-Rebellion, islamistischem Aufstand und ausländischer Intervention. Sowohl die Kolonisierung als auch die Einbindung in den Weltmarkt brachten einen ungleichzeitigen gesellschaftlichen Wandel mit sich. Die Grenzen des unabhängigen Mali hatten noch die Kolonialherren weitgehend ohne Rücksicht auf die dort lebenden lokalen Bevölkerungsgruppen gezogen. Somit entstand ein Nationalstaat ohne entsprechendes gemeinschaftliches Nationalgefühl. So gesehen ist etwa der Aufstand der Tuareg 2011/12 kein neuartiger, sondern steht in einer mehr oder weniger direkten Folge von Aufstandsbewegungen, die Mali seit seiner Unabhängigkeit erlebte. Namhafte Experten verschaffen das nötige Hintergrundwissen. Abgerundet wird die Darstellung durch übersichtliche Karten, eine Zeittafel sowie Literaturtipps und Internetlinks.