"Steh auf, nimm deine Tragbahre und geh nach Hause!" Mit diesen Worten heilt Jesus im Matthäus-Evangelium einen Gelähmten und erklärt zugleich, seine Sünden seien vergeben. "Vergebung geschieht im Moment der Begegnung", schreibt dazu der Theologe und Psychotherapeut Arnold Mettnitzer in seinem jüngsten Buch: "Das Augenmerk liegt dabei nicht auf der Schuld, sondern auf der Not eines Menschen."

Die Bibel mag zwar das am weitesten verbreitete Buch der Welt sein, aber wie weit ihr Reichtum an berührenden und lehrreichen Inhalten wirklich begriffen wird, steht auf einem anderen Blatt. Mettnitzers Blickwinkel geht darüber hinaus, was die Texte für eine religiöse Gemeinschaft bedeuten, ihm geht es um deren Aussage für den einzelnen Menschen und um dessen Selbstwerdung - um den Weg nach innen. Talente sollen erkannt und genutzt, nicht vergraben werden. Im Innersten des Menschen liege "das einzige Paradies, aus dem ihn niemand vertreiben kann".

Im Bewusstsein, dass alles seine Zeit hat (Kohelet) und sich ständig im Wandel befindet (Heraklit), erläutert der Autor biblische Gleichnisse, den Traum "als Königsweg ins Innere", die Liebe und das Konzept der Seele im biblischen und therapeutischen Verständnis. Als Haupthindernis der Selbstwerdung ortet er die Angst, die er in vier Grundformen einteilt. Arnold Mettnitzers Buch will Angst nehmen, es holt für gläubige und ungläubige Menschen Weisheit und Ermunterung aus den biblischen Texten.

Sachbuch

Steh auf und geh. Die therapeutische Kraft biblischer Texte.

Arnold Mettnitzer

Styria premium, 160 Seiten, 16,99 Euro