Leipzig. Die Leipziger Buchmesse hat einen Besucherrekord aufgestellt. 175.000 Gäste seien an den vier Tagen aufs Messegelände gekommen, teilten die Veranstalter am Sonntag mit. Zusammen mit dem begleitenden Lesefestival "Leipzig liest" seien es 237.000 Besucher gewesen. Diese Gesamtzahl wurde erstmals so ausgewiesen.

"Stimmungsvolle Buchmesse"
"Wir haben eine stimmungsvolle Buchmesse 2014 erlebt mit sehr interessierten Besuchern und zufriedenen Ausstellern", sagte Messe-Direktor Oliver Zille. "Auch unsere Neuigkeiten, wie die eigene Messe für den Comic-Bereich, die Manga-Comic-Convention, sind sehr gut angenommen worden." Von den 175.000 Besuchern der Messe seien 31.000 wegen des Manga-Comic-Schwerpunktes gekommen.

Auch die Schweiz zog eine "überaus positive" Bilanz ihres Gastland-Auftritts. "Unsere Erwartungen wurden sogar übertroffen. Was die Veranstaltungen adelte, war das große Interesse des Publikums", betonte Marianne Sax, Präsidentin des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbands SBVV, am Sonntag. Die Schweizer waren mit mehr als 80 Autoren, darunter Lukas Bärfuss, Adolf Muschg und Martin Suter, vertreten.

Hörbücher liegen im Trend
Ein der Trends auf der Buchmesse war das Hörbuch. "Wir hatten 2013 mit 14,1 Millionen verkauften Hörbüchern einen Verkaufsrekord", sagt Simone Mühlhauser, Sprecherin des Arbeitskreises Hörbuchverlage des Börsenvereins, auf der Leipziger Buchmesse.

Der Absatz legte im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent zu. Dementsprechend sei auch die Stimmung der Verlage auf der Messe. "Wir können uns über mangelndes Interesse nicht beklagen." "2013 war ein sehr erfolgreiches Hörbuchjahr", bestätigt auch Sabrina Kreuz, Produktmanagerin beim Hörverlag aus München. Das Unternehmen gehört seit dem Jahr 2000 zur Verlagsgruppe Random House und bringt zahlreiche Bestseller als Hörbuch auf den Markt. Die vorgelesene Variante erscheine immer gleichzeitig mit dem Buch. "Abzuwarten, was als gedrucktes Buch erfolgreich läuft, und dann ein halbes Jahr später mit dem Hörbuch zu kommen - das können wir uns nicht mehr erlauben", sagt Kreuz.

Neben den Hörbuchverlagen in den großen Verlagsgruppen behaupten sich auch unabhängige Unternehmen am Markt. Audiobuch aus Freiburg zählt dazu, die gerade ihr 20-jähriges Bestehen feiern. Verkaufsleiter Maik Reumann sagt, dass sich der Hörbuchmarkt nach einer Phase der Schrumpfens seit 2010 erfreulich entwickle. Neben dem klassischen Hörbuch auf CD tragen auch die Downloads zur Entwicklung bei. Im Internet erreiche man Menschen, die bisher nichts mit dem Hörbuch zu tun hatten.

Der klassische Hörbuch-Käufer ist nach Angaben von Produktmanagerin Kreuz im Schnitt 45 Jahre alt, "tendenziell gebildet, mit gutem Einkommen und eher Städter als Landbewohner". Eine wichtige Zielgruppe seien die Pendler. "Immer mehr Menschen sind unterwegs. Wenn sie nicht zum Lesen kommen, ist das Hörbuch eine gute Sache", sagt Kreuz. Außerdem sei das Hörbuch ein klassischer Geschenkartikel, werde oft spontan gekauft.

Wo genau die Entwicklung bei den Hörbüchern hingehe, lasse sich noch nicht abschätzen, heißt es bei den Verlagen. Neben CD und Download könnte das Streaming als dritter Vertriebsweg hinzukommen, sagt Audiobuch-Verkaufsleiter Reumann. Streaming sei interessant, weil dort sehr junge Leute als potenzielle Kunden zu finden seien.