Das Schiff ist eine traditionsreiche, in vielen Kulturen verankerte Metapher: Es versinnbildlicht die Lebensreise, die Kirche, den Staat und anderes mehr.

Hier sticht nun ein "Schiff" in See, dessen Metaphorik durch seine Fracht noch verstärkt wird. Es wurde unter dem Motto "Schrift ahoi!" vom Stapel gelassen - von Brigitte Schwens-Harrant, Literaturwissenschafterin und Feuilleton-Chefin der Wochenzeitung "Die Furche", und Jörg Seip, Pastoraltheologe an der Universität Bonn. Konkret handelt es sich freilich um kein Schiff, sondern, so das Autorenduo, um ein "Lexikon der Seefahrt (des Lesens, der Literatur)", womit klar ist, in welche Gewässer die Reise geht.

Das para-nautische Nachschlagewerk reicht von A wie "Ablegen" bis V wie "Vertäuen" und steuert durch einen Ozean der Möglichkeiten: "Auf einer Schiffsfahrt können Meeresungeheuer begegnen und Piraten, Vergangenheit und Zukunft, Inseln und endloses Meer. Vielleicht der Leser sich selbst. Was er sehen wird, liegt nicht nur am Kurs, den der Kapitän wählt."

Jedem Stichwort folgt ein Essay, kalfatert mit Zitaten der Weltliteratur. Kaum an Bord dieses Literatur-Schiffs, verheddert man sich in Seemannsgarn, staunt über relativistisch-ironische Kapitäne oder die Unzuverlässigkeit von Bojen. Anker los!

Brigitte Schwens-Harrant, Jörg Seip: Schrift ahoi! Essays. Klever Verlag, Wien 2013, 199 Seiten, 19,90 Euro.