Den sogenannten einfachen Menschen auf dem Lande zollen sozial anders strukturierte Künstler gern Respekt und verknüpfen diese Haltung mit einer mehr oder minder pathetischen Huldigung der natürlichen rustikalen Erdverbundenheit. Der Landmann: arm, aber ursprünglich. So ein Exempel ist auch Hannes Egger, geboren um 1900 und zeitlebens ein alpiner Außenseiter: er "verdiente sein Brot als eine Art Handlanger, als Mietknecht für alle Saisonen und Gelegenheiten".

Robert Seethaler, geboren 1966 in Wien, erzählt das Mietknechtleben mit deutlichem Bemühen, das Eigentümlich-Schicksalhafte poetisch festzuhalten, vor allem in Bildern, etwa solcherart: "Das Mondlicht war freundlich und weich, und wenn er darin seine Zehen betrachtete, sahen sie aus wie kleine, runde Käsestücke."

Autorenlesung am Dienstag, dem 30. September, um 19.30 Uhr bei Hartliebs Bücher, Porzellangasse 36, 1090 Wien.

Robert Seethaler: Ein ganzes Leben. Roman. Hanser Verlag, Berlin 2014, 155 Seiten, 18,40 Euro.