Wien. "Wir sind in die Welt gevögelt und können nicht fliegen", mit Sätzen wie diesen meldete sich Werner Schwab Anfang der 1990er Jahre zu Wort. Seine Sprache warf einen neuen Blick auf die Welt. Der "Zeit"-Theaterkritiker Helmut Schödel schrieb damals über den Grazer Dramatiker: "Schwab ist ein unangenehmes Talent, eine enervierende Begabung, ein wirklich spannender Autor."

Dem Phänomen Schwab konnte sich bald kaum ein Theater entziehen. Innerhalb weniger Jahre verfasste Schwab 15 Stücke, in denen stets die Sprache eine Hauptrolle einnahm. Der Schwab-Boom währte indes nur kurz: Knapp vor seinem 35. Geburtstag starb der Dichter im Jahr 1994.

Schwab heute?

Im Wiener Literaturhaus ist anlässlich des 20. Todestages eine Werner-Schwab-Ausstellung zu sehen, die am Donnerstag mit der Podiumsdiskussion "Wo kommt diese Sprache her" eröffnet wird. Petra Paterno, Redakteurin der "Wiener Zeitung", moderiert die Veranstaltung, die der Frage nachgeht, welchen Rang Schwabs Werke heute am Theater und in der Literaturwissenschaft einnehmen. Am Podium diskutieren Ingeborg Orthofer, die Nachlassverwalterin Werner Schwabs, die Grazer Germanistin Daniela Bartens, die den Schwab-Nachlass am Franz-Nabl-Institut betreut und im Frühjahr eine umfangreiche Werner-Schwab-Schau im Literaturhaus Graz kuratierte, der Direktor des Wiener Schauspielhauses Andreas Beck sowie der Literaturwissenschafter Klaus Kastberger.