(villa) Der französische Schriftsteller Yannick Haenel, bekannt durch seinen Roman "Das Schweigen des Jan Karski", erzählt in seinem neuen Roman, "Die bleichen Füchse", vom Leben eines 43-jährigen arbeitslosen Pariser Intellektuellen, der am Tag der Wahl Nicolas Sarkozys zum Staatspräsidenten seine Wohnung verlor, in sein Auto zog und zunächst lustvoll, später ernüchtert versuchte, ein selbstbestimmtes Leben unabhängig von anerzogenen Normen zu führen.

Bei seinen Streifzügen durch das 20. Arrondissement inklusive Wodka-Exzessen in diversen Bars traf er auf andere Arbeitslose, Obdachlose und illegale Einwanderer, reflektierte den Zustand der französischen Gesellschaft, den Verlust des Glaubens an die Politik, "lebte mit Stimmen, Blendungen, Durst, Mangel" und erlebte "Glück, plötzliche Freuden und lange Depressionen". Schockierende Beobachtungen, die Faszination für eine Frau und die Freundschaft zu zwei Müllarbeitern aus Mali machen ihn zum Mitglied der "Bleichen Füchse", die hinter Dogon-Masken auf ihre Art gegen diese Gesellschaft rebellieren.

Yannick Haenel

Die bleichen Füchse

Roman. Aus dem Französischen von Claudia Steinitz. Kiepenheuer Rowohlt, Reinbek 2014, 208 Seiten, 19,50 Euro.