Franzobel, der 2014 auch einen Krimi veröffentlicht hat ("Wiener Wunder"), nannte in einem Interview Georges Simenon als Inspirationsquelle. Zitat: "Ich fand das, was ich las, so erhebend, das mir klar wurde: Literatur und Krimis muss sich nicht ausschließen." Haben auch Sie literarische Vorbilder?

Hat sich ein halbes Jahr lang in einem Bestattungsunternehmen mit dem Tod vertraut gemacht: Bernhard Aichner. - © fotowerk aichner
Hat sich ein halbes Jahr lang in einem Bestattungsunternehmen mit dem Tod vertraut gemacht: Bernhard Aichner. - © fotowerk aichner

Ich habe John Grisham immer gut gefunden, obwohl er aus literarischer Sicht oft nicht ernst genommen wird. Wie er es schafft, eine Handlung über mehrere hundert Seiten voranzutreiben und die Spannung aufrecht zu erhalten, ist große Kunst. Und es imponiert mir, mit welch ausgefeilter Sprache die Französin Fred Vargas ihre Krimis schreibt. Diese beiden Talente zu kombinieren, das ist wohl der Trick.

Wie weit sind Sie mit Ihrer Blum-Trilogie?

Der zweite Band ist bereits fertig geschrieben, er wird im September 2015 erscheinen und "Totenhaus" heißen, wird sich aber sehr von "Totenfrau" unterscheiden. Ich kann Blum nicht immer nur morden lassen, das wäre langweilig. Ein Kripobeamter, der meine Geschichten auf Glaubwürdigkeit durchliest, hat gesagt: "Irgendwann kommt alles ans Licht. Irgendwann klingelt es an der Tür." Und so wird es also auch bei Blum klingeln. Und dann geht es los.

Irene Prugger, geboren 1959 in Hall, lebt als Autorin und freie Journalistin in Mils in Tirol. Zuletzt sind von ihr die Bücher "Südtiroler Almgeschichten" (Löwenzahn 2012) und "Nerven wie Seile - die Bergrettung im Einsatz" (Löwenzahn 2014) erschienen.