Skandal! Da wacht Königin Aubergine die Dritte eines Morgens auf und stellt fest, dass ihre Nase fehlt. Ihre Nase! Ausgerechnet die Nase, die aus der Königin des Gemüsebeets keine gewöhnliche Allerweltsaubergine mit glatter Haut und ohne Knubbel macht, sondern ihr erst den typischen Charakter als Biogemüse gibt.

Und damit sind wir auch schon mittendrin in der Geschichte, und zwar in doppelter Hinsicht. Denn im Buch geht es nicht nur darum, dass Königin Aubergine auf recht amüsante Weise ihren gesamten Hofstaat auf der Suche nach ihrer Nase rebellisch macht (hier scheint ein bisschen die Herzkönigin aus "Alice im Wunderland" Patin gestanden zu sein), sondern es geht auch um diverse alte Sorten, die sich im Beet tummeln, vom Spazierstockkohl bis zum Ewigkeitsspinat.

Die verschiedensten Gemüse- und Obstsorten tauchen nach und nach im Buch auf und werden in kleinen Infokästchen am Rande der Geschichte mit Bild und Text erklärt. Außerdem erfahren die kleinen Leser, wozu man Kompost braucht, warum Unkraut nicht unbedingt schlecht ist, aber auch, dass die griechische Göttin der Landwirtschaft Demeter heißt (somit ist für Jüngere und Ältere etwas dabei). Und natürlich wird auch mehrmals explizit darauf hingewiesen, dass Ost und Gemüse nicht nur dann gut schmecken, wenn sie ohne jeden optischen Mangel sind. Denn Bio heißt ja auch Vielfalt. Ein absolut wertvolles Buch - in mehrerlei Hinsicht.

Melanie Laibl & Alexander Strohmaier:
Nasenraub in Anderland
Luftschacht Verlag; 5-12 Jahre; 25,90 Euro