(WT) Es geht hier nicht um eine "Verdichtung der Unverständlichkeit", sondern um einen verständlichen und gut lesbaren Überblick über die Entwicklung der abendländischen Philosophie von der griechischen Antike bis ins 20. Jahrhundert. Der deutsche Philosoph und Theologe Ralf Ludwig bietet vielmehr gut aufgebaute Lese-Einführungen mit interessant dargestellten Primärtext-Ausschnitten der verschiedenen Philosophen in ihrer jeweiligen Zeit - von Sokrates bis Jean-Paul Sartre. Der Autor nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise abendländischer Denktraditionen - als eine Synthese von Philosophiegeschichte und Nachschlagewerk.

Wer Philosophie nur als einen "ungeordneter Haufen von Meinungen" im "musealen Rahmen" ansieht, hat nichts verstanden. Es geht vielmehr um Reflexion und Selbstreflexion, denn Philosophie lebt vom Fragen in einem ergebnisoffenen Umfeld. Denn wäre die Antwort auf die Fragen der Philosophie endgültig durch die Vernunft festgemacht, dann wäre dies auch das Ende aller sinnierenden Weltsichten - und damit der Freiheit des Denkens.

Doch sowohl Naturwissenschaften wie Philosophie teilen sich das Schicksal, letztlich keine endgültigen Antworten nach dem Sein des Menschen und des Kosmos geben zu können - und trotzdem weiterfragen zu müssen. Auch Theologie und Philosophie haben gemein, über Dinge zu spekulieren, die ebenfalls keine stichhaltig nachprüfbaren Erkenntnisse erbringen können. So dürfte das Geschäft der Philosophie auch künftig gesichert sein. Oder anders ausgedrückt: "Solange der Mensch nicht Gott ist", werde es Philosophie geben.

Sachbuch

Philosophie für Anfänger

Ralf Ludwig

dtv, 400 Seiten, 13,30 Euro