(pb) Der deutsche Journalist Armin Wertz hat in den letzten Jahrzehnten etwa für den "Spiegel" aus Mittelamerika und für die "Frankfurter Rundschau" aus dem Nahen Osten berichtet. Mit diesem Buch legt er eine umfassende Arbeit über militärische und geheimdienstliche Operationen der USA vor. Obwohl er betont, nicht alle Aktionen der Amerikaner seien zu verurteilen, und die politische Bewertung seiner Recherchen eher dem Leser überlassen will, bekommt die Lektüre doch etwas Schlagseite. Die Chronik beginnt 1794/95 in Ohio, wo Georg Washington das Nordwestterritorium den weißen Siedlern freigegeben hatte, die Indianer sich widersetzten, aber schließlich große Gebiete an die USA abtreten mussten.

Die Zeitschiene mündet selbstverständlich im aktuellen Nahost-Konflikt, endet jedoch im Oktober 2014 mit einem positiven Eintrag über den humanitären Einsatz von 3000 US-Soldaten zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Sierra Leone, Guinea und Liberia. Dem Kampf der USA gegen die Ausbreitung des Kommunismus widmet Wertz das ganze Kapitel mit dem Titel "Die Demokratie wurde vor dem Kommunismus gerettet, indem sie abgeschafft wurde". Dem Leseanreiz ist offenbar auch die Überschrift des Abschnitts über die jüngste Zeit geschuldet ("Das ist kein Kriegs- sondern ein Mordprogramm"). Der Autor sieht den Cyberspace "offiziell als neues Kriegsgebiet anerkannt" und analysiert Drohnen-Einsätze, Lauschoperationen der NSA-Satelliten und die vielfältigen Aktivitäten der CIA. Alles in allem bietet das Buch vor allem kritischen Lesern, die hinter die doch etwas grelle Präsentation blicken, tiefe Einblicke in die US-Politik.