(WT) So stark wie Frieden und Stabilität stets in Hochkulturen hochgehalten worden sind, so nachhaltig haben aber auch Kriege und Gewalt seit Anbeginn menschliche Zivilisationen überzogen. Dieser Band, eine Festschrift für den renommierten deutschen Historiker Bernd Wegner, fasst Aufsätze und Essays von Freunden und Kollegen zum Thema im Spannungsbogen von Politik, Ideologie und Gesellschaft zusammen. Insbesondere die Militär- und Gewalthistorie des Zeitalters der beiden Weltkriege erhält hier eine besonders vertiefte Betrachtung. Die Zeitenwende mit dem Ersten Weltkrieg veränderte insbesondere die europäischen Machtverhältnisse gründlich und legte mehr oder weniger ungewollt die Saat für die ausufernden Gewaltexzesse des darauf folgenden Zweiten Weltkrieges.

In der Tat wurde dieser Krieg in Europa zu einem Expansionskrieg, in dem Hitler-Deutschland danach trachtete, die ganze Gesellschaft in den Dienst von Kriegsführung zu stellen. Der Zweite Weltkrieg verklammerte in neuartiger Weise "Mordpolitik" im Inneren gegenüber Juden, Polen, Jugoslawen und Russen mit äußerem Krieg. An der Maßlosigkeit, Selbstüberschätzung des äußerst gewalttätigen NS-Regimes nach innen und außen zerbrach schließlich dessen Allmachtsanspruch - bis zum völligen Zusammenbruch. Das tief gehende Buch spannt den Bogen der methodisch-theoretischen Betrachtungsweise bis hin zur Annäherung an eine Militärgeschichte als "Klanghistorie". Diesbezüglich soll auf umfassende Weise eine moderne Geschichtsschreibung von Militär, Krieg und Gewalt entstehen.