Im Dezember 2013 erkrankte der erste Patient in Westafrika an Ebola. Was in Europa zunächst kaum wahrgenommen und bald wieder vergessen wurde, wuchs sich in der Folge zum bisher größten Ebola-Ausbruch der Geschichte mit mehr als 20.000 Todesopfern aus. Zunächst unbeachtet von der westlichen Öffentlichkeit, dann aber doch mit Sorge bis Panik beobachtet, waren auch zahlreiche Helfer aus aller Welt in der betroffenen Region im Einsatz. Darunter der österreichische Arzt Michael Kühnel-Rouchouze, der für das Rote Kreuz zunächst im Juni 2014 nach Sierre Leone reiste und dann im darauffolgenden Herbst nach Liberia. In Sierra Leone bildete er sogenannte "Dead Body Manager" aus, also jene Einheimischen, die Ebola-Tote abholten und bestatteten. In Liberia leitete er den Umbau und die Vorbereitungen für die Wiedereröffnung einer Geburtenstation.

Seine Erlebnisse hielt er dabei in Blogs fest, die er nun zu einem Buch zusammengestellt hat. Darin schildert "unser Mann in Afrika" nicht nur seine zum Teil recht wilden Erlebnisse in Ländern, die den meisten Österreichern höchstens vom Namen her ein Begriff sind, sondern auch, wie es ihm mit der jähen Berühmtheit als Katatrophenhelfer in der Heimat gegangen ist - und wie schwierig es nach der Rückkehr in die Heimat war, dem Freundeskreis klarzumachen: "Nein, ich bin nicht anstecken!" Es ist ein sehr persönliches Buch geworden, das sich weniger durch stilistischen Glanz auszeichnet (im Gegenteil holpert es sogar manchmal ein bisschen), sondern durch Authentizität (die es auch dadurch bekommt). Und zwischendurch gibt es nicht nur Szenen, die betroffen machen, sondern auch richtig ulkige Ereignisse. Und ja, am Ende hat man auch noch etwas über die beiden Länder dazugelernt.

Dr. Michael Kühnel-Rouchouze:
Acht Gräber - Als Katastrophenhelfer im Ebolagebiet
Books on Demand; 148 Seiten; 10,30 Euro