Die Ehe von Lydia und Alec Cartwright besteht eigentlich nur noch auf dem Papier. Und eines Tages zieht Alec einen brutalen Schlussstrich: Er nutzt eine Reise von Lydia dazu, mit den beiden gemeinsamen Töchtern Emma und Fleur von Malaysia, wo sie wegen seines Jobs leben, zurück nach London zu gehen. Lydia allerdings wird im Glauben gelassen, ihre Familie sei in den Norden Malaysias gezogen, weil Alec eine neue Anstellung bekommen habe.

Während sich die Mutter also auf die gefährliche Suche quer durch das von Rebellen heimgesuchte Land begibt, müssen ihre Kinder mit der Situation in der ihnen völlig fremden Heimat zurechtkommen. Statt schwüler heißer Sommertage erleben sie einen nasskalten Winter. Und statt der Liebe der Mutter bekommen sie nur die Strenge des Vaters, etwas entschärft durch die Großeltern, die allerdings bald sterben. Und dann ist da noch Veronica, mit der Alec eine neue Familie gründen will - und ihr Bruder, der sich ganz ungeniert an die minderjährige Emma heranmacht.

Genug Stoff also für einen Historienroman, wie man ihn sich vorstellt. Wobei Dinah Jefferies auf Malaysia-Erfahrungen in der eigenen Familie zurückgreifen kann. So ist es zwar keine Biografie geworden, aber doch eine recht anschauliche Beschreibung eines wahren Umfeldes. An manchen Stellen hat sie allerdings etwas sehr dick aufgetragen. Ein bisschen weniger Melodramatik hätte dem Buch nicht geschadet.

Dinah Jefferies: Bis wir uns wiedersehen
Bastei Lübbe; 432 Seiten; 10,30 Euro