(WT) Dies ist ein guter historischer Abriss über Entstehung und Untergang der Weimarer Republik. Ein Autorenkollektiv unter der Leitung der "Spiegel"-Redakteure Uwe Klussmann und Joachim Mohr führt den Leser gekonnt durch Licht und Schatten dieser Zeitspanne - von der Ausrufung der deutschen Republik am 9. November 1918 bis zur Machtergreifung Hitlers 1933.

Am Anfang der jungen Republik erschütterten bewaffnete Aufstände von links und rechts sowie politische Morde etwa an Reichsaußenminister Walther Rathenau das Land und weckten bei den Bürgern die Sehnsucht nach einer starken Hand vor dem Hintergrund des latenten Gefühls der Demütigung aufgrund harter Reparationslasten infolge des Versailler Friedensvertrages. Die Arbeiterbewegung zeigte sich gespalten. Die SPD hatte viel von ihrer früheren Dynamik verloren. Nach dem Tode Friedrich Eberts, des ersten Präsidenten der Republik, fehlte der SPD eine bestimmende Leitfigur. 1925 wurde der rechtsgerichtete Generalfeldmarschall a.D., Paul von Hindenburg, neuer Präsident - für viele eine Art "Ersatzkaiser".

Es war eine "trügerische ökonomische Stabilität", die in den 20er Jahren einzog. Bis 1929 entfaltete sich insbesondere in den urbanen Zentren ein reges kulturell-intellektuelles Leben in Theater, Film, Malerei, Literatur und Architektur. Doch infolge der Weltwirtschaftskrise 1929 und der Zerstrittenheit von SPD und Bürgerlich-Konservativen trat der Ruin der Demokratie ein. Rasch versank der Traum von der kosmopolitisch-weltoffenen Republik in der menschenverachtenden NS-Diktatur.

Sachbuch

Die Weimarer Republik

U. Klussmann, J. Mohr (Hg.)

DVA, 272 Seiten, 20,60 Euro