(WT) Sind die Gedanken, die ein Mensch denkt, ebenso wirklich wie die Nervenzellen seines Gehirns? Die gegenwärtigen Theorien der Hirnforschung und Neurobiologie erlauben keine Darstellung der Psyche, des Bewusstseins, der Gedanken inmitten der naturwissenschaftlich erfahrbaren Welt. Der deutsche Mediziner Ralf Krüger fühlt dem Wesen des "Leib-Seele-Problems" nach und stellt einmal mehr die Frage, ob die psychische und die materielle Welt, ob "Geist und Natur" sich überhaupt als Einheit denken lassen.

Unter dem Titel "Prototyposiskonzept der Quanteninformation", das auf den Forschungen Carl Friedrich von Weizsäckers basiert, zeigt der Autor auf, dass "Gedanken im Grunde Quanteninformation" sind. Ein im Bewusstsein des Menschen sich sprachlich formender Gedanke ist Quanteninformation, die ein lebendiges Gehirn als Träger hat.

Methodischer Ausgangspunkt ist dabei nicht die klassische Physik, sondern die von Thomas Görnitz als "dynamische Schichtstruktur" bezeichnete Einheit von quantenphysikalischer und klassisch-physikalischer Naturbeschreibung.

Vor diesem Hintergrund bestehen eindeutige Zusammenhänge zur Gestaltungspsychologie, zu Karl Poppers "Welt 3" (Welt des Geistes, der Ideen) und zur praktischen Medizin. Die Psyche ist wirklich vorhanden, wie ein Molekül oder die Nervenzellen. Wenn die menschliche Psyche durch die Quantentheorie der Information "erfahrbar" werden könne, dann gelte dies auch für die psychischen Veränderungen, die bei der Psychiatrie und psychosomatischen Medizin als pathologisch angesehen werden. Lesenswert.