Wenn ein Roman den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis gewinnt, dann spricht das eigentlich für sich. Und das trifft auch auf Kathirn Steinbergers Jugendroman "Manchmal dreht das Leben einfach um" zu, der von der schwierigen ersten Liebe einer hochbegabten Maturantin handelt. Almuth Egger, die sich verständlicherweise lieber Ali nennen lässt (und mutmaßlich irgendwo in Salzburg wohnt, auch wenn das nicht explizit genannt wird), verknallt sich nämlich im letzten Schuljahr volle Wäsch' in ihren neuen Nachbarn. Und der ist niemand Geringerer als Kevin Donner, Ex-Skateboardprofi Anfang zwanzig, der nach einem brutalen Sturz seine Karriere beenden musste und quasi in Alis Kaff geflohen ist.

Während jede andere 16-Jährige (Ali wurde als Hochbegabte ein Jahr früher eingeschult) vermutlich mit ihrer Beziehung hausieren ginge, ist es der Protagonistin im Gegenteil sogar zunächst peinlich, als es herauskommt - dass sie es ihren Eltern lange nicht erzählen will, ist freilich eine andere Geschichte und bei Teenagern wiederum völlig normal. Aber nicht nur Ali hat ihr mentales Päckchen mit sich herumzutragen, sondern auch Kevin, der eindeutig an einer schwierigen familiären Vergangenheit nagt. Erst nach und nach öffnen sich die beiden einander und der Welt - Ali sogar mehr als Kevin, der sich förmlich in seinem Haus verkriecht.

Wie Kathrin Steinberger diese komplexe Beziehung zwischen einem Teenager und einem Twen schildert - und dabei auch den Sex, der ja in diesem Alter auch früher oder später aufs Tapet kommt, gekonnt einbaut -, hat den Jugendbuchpreis eindeutig verdient. Auch, weil ihre Geschichte nicht nur rührend ist, sondern auch mit feinem, subtilem Humor glänzt. Und nebenbei lernt man dank autistisch anmutender Einschübe der hochbegabten Ali sowie der intensiven Nutzung von Kevins Skateboards auch noch einiges über diverse Bands und Filme sowie über das Skaten dazu . . .

Kathrin Steinberger:
Manchmal dreht das Leben einfach um
Jungbrunnen Verlag; 278 Seiten; 16,95 Euro