Michael Ziegelwagner wälzt viele tiefschürfende Gedanken über wichtige und unwichtige Aspekte des Lebens. Und er hat das Bedürfnis, sie mit der Welt zu teilen. Diesen Schluss legt jedenfalls sein neuer Roman "Der aufblasbare Kaiser" nahe, in dem eine junge Frau im Pseudo-Krankenstand in eine Runde von Monarchisten gerät. Das tut sie aber nicht einfach so, sondern auf verschlungenen Pfaden. Schon allein um nach einem kleinen Sturz aus der Badewanne zu kommen, braucht sie gute sechs Seiten.

Immer wieder verläuft sich Ziegelwagner in literarischen Abschweifungen, bleibt an Details hängen, umkreist einen Gedanken mehrmals, bis er sich darauf niederlässt. Da heißt es dann dranbleiben und mit dem Berge mitkreißen am Monarchie-Mäuslein - oder halt doch die Republik ausrufen und die weitschweifige Lektüre aufgeben.

Michael Ziegelwagner: Der aufblasbare Kaiser
Rowohlt; 251 Seiten; 10,30 Euro