Eigentlich stimmt der Titel nicht. Denn Karl Pilkington ist kein Idiot. Vielleicht ein bisschen verrückt, aber definitv kein Idiot, auch wenn er sich oft zum Affen macht, um seine Youtube-Fans zu unterhalten. Denn Pilkington beweist in "Ein Idiot reist weiter", dass er auch den Mut hat, nein zu sagen, wenn es zu blödsinnig oder - vor allem - zu gefährlich wird. Wie er sich zum Beispiel beim Bungeejumping nicht beirren lässt und tatsächlich nicht springt, ist schon beeindruckend. Umgekehrt wiederum bringt er den Mut auf, in einen gesicherten Haikäfig zu klettern, wo er einem Weißen Hai ins Auge blickt.

Und vor allem beweist Karl Pilkington in seinem Reisetagebuch der etwas anderen Art, dass er selbst sehr wohl weiß, wie und wann er sich zum Affen macht. Umgekehrt genießt er aber auch schon ein bisschen, dass ihm seine Freunde Rick und Stephen gemeinsam mit Regisseur Luke diese Abenteuerfahrt rund um den Globus organisieren, auf der er eien "Bucket List" abarbeiten soll: also eine Liste von Dingen, die man im Leben unbedingt einmal gemacht haben soll. Auch wenn da viele Dinge draufstehen, die Karl eben überhaupt nicht machen will. Und die er dann eben mitunter auch tatsächlich nicht macht. Und manches, das zunächst spannend klingt, entpuppt sich dann bei näherer Betrachtung als ziemlicher Reinfall, so wie das Übernachten auf einer einsamen Insel. Doch es ist die große Stärke von Karl Pilkington, in seinem Reisebericht selbst diese Erlebnisse so zu schildern, dass sie am Ende zumindest bei der Lektüre eine gewisse Unterhaltung bieten. Zumal die Bilder dazu für sich sprechen.

Da verzeiht man auch die sehr erratisch wirkende Anordnung der 100 "Bucket List"-Punkte, die Karl nicht absolviert hat, die in scheinbar beliebiger Reihenfolge mittendrin eingeschoben werden. Manchmal passen sie thematisch irgendwie zum aktuellen Reiseziel, manchmal aber auch nicht. Das Buch ist also letztlich genauso spontan aufgebaut wie offenbar die vorangegangene Reise. Trotzdem kann man nicht umhin, den verrückten Briten für sein Durchhaltevermögen zu bewundern und sich zumindest bei ein paar Reisedestinationen zu wünschen, dass man auch selbst einmal den Weg dorthin finden möge.

Karl Pilkington: Ein Idiot reist weiter
Blanvalet; 400 Seiten; 13,40 Euro