Wie kann ein Leben nach einer zufälligen Begegnung zwischen einer jungen Frau und einem jungen Mann weiter verlaufen? Gehen sie danach einfach jeder in eine andere Richtung weiter ihres Weges? Oder verlieben sie sich gar ineinander? Laura Barnett legt diese Frage ihrem neuen Buch "Drei mal wir" zugrunde und lässt ihre Geschichte in drei Versionen parallel durch die Jahrzehnte verlaufen, nachdem im Oktober 1958 die junge Studentin Eva, die mit dem angehenden Schauspieler David zusammen ist, mit dem Rad wegen eines kleinen Hundes einen Unfall hat und dabei zufällig Jim trifft, der Jura studiert, aber lieber Maler wie sein früh verstorbener Vater wäre – doch aus Rücksicht auf die Psyche seiner kranken Mutter tut er nicht, was er will.

Und schon die Begegnung selbst verläuft in den drei Versionen jeweils leicht verändert. Geschweige denn die folgenden Ereignisse: Einmal verliebt sich Eva in Jim, einmal er sich nur in sie, einmal passiert erst einmal gar nichts. Und je nachdem werden sie ein glückliches (oder auch nicht?) Paar, das heiratet und Kinder bekommt, dann wieder heiratet sie David, während Jim ihr lange nachjagt, und so weiter. Faszinierend zu lesen – und farblich schön übersichtlich geordnet, sodass man sich immer auskennt, wo man gerade ist, was ja in einem solchen Triple-Roman auch nicht unwichtig ist.

Ob Eva und Jim am Ende letztlich trotzdem in allen drei Versionen zusammenkommen, wird an dieser Stelle nicht verraten. Nur so viel: Jede Version hat ihre guten und ihre schlechten Seiten (auch die erste).