Jeff Cohen hat sich eingehend mit dem Asperger-Syndrom befasst. Deshalb kann man einmal getrost davon ausgehen, dass er alles richtig beschreibt in seinem neuen Krimi, der vor allem eines ist: unglaublich unterhaltsam. Denn darin wird der Asperger-Patient (er würde sich selbst nie als einen solchen bezeichnen) Samuel Hoenig, der sich mit einem Recherchebüro selbständig gemacht hat, vom Leiter eines Kryonik-Instituts damit beauftragt, einen verschwundenen eingefrorenen Kopf wiederzufinden. Und weil es ja ein Krimi ist, stolpert Samuel dabei gleich auch noch in einen Mord, der mit der offensichtlichen Entführung des Kopfes zusammenhängt.

Soweit so abstrus. Jeff Cohen treibt es aber noch weiter, und zwar nicht nur, weil er seinen Asperger-Ermittler, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, in bester Adrian-Monk-Manier (samt ähnlicher Assistentin) an die Sache herangehen lässt - Samuel ist sich seiner Krankheit übrigens genau bewusst und erklärt dem Leser stets, warum er sich in welcher Situation wie verhält -, sondern auch weil die gesamte Handlung ziemlich bald in eine Situationskomik mit absurden Elementen abdriftet, die man einst beim großen Roald Dahl genießen durfte. Insofern ist Jeff Cohens Roman eine doppelte Hommage. Und schreit geradezu danach, dass der Autor für seinen Protagonisten gleich einen weiteren Krimi schreibt.

Jeff Cohen: Eine Leiche riskiert Kopf und Kragen
Blanvalet; 384 Seiten; 10,30 Euro