Es begann mit einem Jux-Blog im Internet - und endete mehrere tausend Klicks später mit einem 235 Seiten starken Buch, in dem der gebürtige Pariser Olivier Magny eine satirisch angehauchte Gebrauchsanweisung für Paris geschrieben hat. Die Zielgruppe: Sowohl Pariser, über deren Eigenheiten er herzieht, und die sich in dem Buch wiedererkennen sollen, als auch Paris-Besucher, die sich seine Ratschläge zu Herzen nehmen sollen.

Auch wenn er dabei auch viel schwarzen Humor einsetzt, ist es doch eine Liebeserklärung an die Stadt der Liebe. Denn Magny lässt seine Landsleute letztendlich doch gut wegkommen, wenn er zum Beispiel erklärt, warum sie ständig "Putain!" rufen, den TGV zwar lieben, aber nicht viel darüber reden wollen, weiße Socken verabscheuen, mindestens zweimal in der Woche Sushi essen und Salzbutter-Karamell ihr liebstes Dessert ist, ab 23 Jahren keine neuen Freunde mehr suchen oder den Sonntag insgeheim hassen. Mehr als 70 Thesen stellt Magny auf - und Paris-Kenner werden ihm bei vielen davon zustimmen.

Eine Anmerkung zur deutschsprachigen Ausgabe: Am Ende jedes Kapitels hat der Autor noch einen Satz hinzugefügt: "Sagen Sie es auf Pariserisch" - da hätte man sich zusätzlich zur deutschen Übersetzung auch noch die französische Originalversion gewünscht. Man will ja schließlich als Besucher wissen, was man denn nun wirklich sagen soll. Und wer weiß schon, was Salzbutter-Karamell auf französisch heißt (caramel au beurre salé)?

Olivier Magny: Paris für Liebhaber
Blanvalet; 235 Seiten; 15,50 Euro